Internationaler
Designwettbewerb

Veranstaltungsort
2017: Historisches Gebäude der Physikalischen Chemie

»Beginne am Anfang und gehe weiter bis zum Schluss: Dann stoppe.« ― Lewis Carroll, Alice in Wonderland

»Es ist Zeit, dass es Zeit wird …« — Paul Celan



Designpreis Halle
2017: »Zeit«

Einst strukturierten beständig wiederkehrende Phänomene wie der Verlauf der Jahreszeiten, der Wechsel von Tag und Nacht oder Ebbe und Flut den Lebensrhythmus und das persönliche Zeitempfinden des Menschen. An die Stelle natürlicher Abläufe traten ideale Maßsysteme wie Kalender, Pläne und Uhren. Sie reglementierten und leiteten das Zeitverständnis, bildeten den beschleunigten Takt der Industrialisierung. Die Verwandlung dieser Systeme in vernetzte digitale Strukturen hat ein neues, stärker fließendes Zeitbewusstsein zur Folge.

Beschleunigung und effektives Zeitmanagement spielen in zahlreichen Wirtschaftszweigen, etwa im Finanz-, Kommunikations-, Transport- und Verkehrswesen, eine immer größere Rolle. Gleichzeitig wächst bei vielen Menschen das Bedürfnis nach veränderten Ruhe- und Erholungsphasen während der Arbeitszeit, nach selbst bestimmten Zeiträumen, die jeder für sich, mit der Familie oder mit Freunden verbringen möchte. So zählt Zeit mittlerweile zu einem der knappsten und wertvollsten immateriellen Güter. Zugleich verbinden wir Zeit mit konkreten Gegenständen und Räumen, die für uns zu Trägern der Erinnerung werden können. Wenn wir Dinge erneuern oder uns von ihnen trennen, kann dies sowohl in einen Prozess der Vergegenwärtigung wie auch den des Vergessens münden.

Wettbewerb
Das Thema »Zeit« ist von aktueller und globaler Bedeutung und wirft in ökologischer, wirtschaftlicher, ethischer und sozialer Hinsicht viele interessante gestalterisch-praktische sowie designtheoretische oder kulturwissenschaftliche Fragen auf.

Gesucht wurden Entwürfe, die sich mit dem Thema Zeit auseinandersetzen — sei es produktorientiert oder prozesshaft. Dies konnte sich im Erfinden neuartiger Dienstleistungen oder Nutzungskonzepten ebenso äußern, wie in der Gestaltung von Produkten, die den Umgang mit der kostbaren Ressource Zeit auf gesellschaftskritische, erzählerische, poetische, sensuelle, funktionale oder auch humorvolle Weise behandeln.

Preissumme
Der Designpreis Halle 2017 wurde zum vierten Mal ausgeschrieben und ist insgesamt mit 10.000 Euro dotiert.

Preisträger 2017

  1. Preis: Felix Vorreiter
  2. Preis: Axel Schindlbeck
  3. Preis: Charlotte Lengersdorf

Kurator
Prof. Vincenz Warnke